ANISHA - Von der Dunkelheit zum Licht

Organische Landwirtschaft in Südindien

Wo? Im Chamarajanagar Distrikt des Staates Karnataka; Indien

 

Wer? ANISHA (unterstützt durch das Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bis Ende 2014), Projektleiterin: Valliammal Krishnaswamy (Valli)

 

Was? 2008 begann ANISHA mit Maßnahmen im Bereich organischer Landwirtschaft, die langfristig die Einkommens- und Ernährungssituation von Kleinbauern und Landlosen im Dürregebiet des Chamarajanagar Distrikts in Karnataka verbessern sollen.

208 ha werden bereits organisch bewirtschaftet © Kerstin Jueterbock
208 ha werden bereits organisch bewirtschaftet © Kerstin Jueterbock

Nach Abschluss der beiden Projektphasen mit Unterstützung des BMZ lässt sich folgendes feststellen:

  • ANISHAs Programme zur Umstellung auf organische Landwirtschaft waren erfolgreich.
  • Es werden keine chemischen Düngemittel oder Pestizide mehr gekauft bzw. verwendet und die Bauern und ihre Familien konsumieren nur noch organische Produkte
  • Die Böden, die vor Projektbeginn sehr ausgelaugt waren, wurden durch die Düngung mit Mulch und Kompost deutlich verbessert.
  • Die nachhaltige Verbesserung der Ernährungssituation der Kleinbauern, Landlosen und ihrer Familien wurde erreicht.
  • Die Hausgärten, die von den landlosen Familien eingerichtet wurden, haben inzwischen eine neunmonatige Produktivität erreicht – auch sie sichern die Ernährung der Familien.
Projektteilnehmerin vor ihrem Hausgarten © Kerstin Jueterbock
Projektteilnehmerin vor ihrem Hausgarten © Kerstin Jueterbock

Ohne die Unterstützung von ANISHA, dem BMZ und SD hätten die Kleinbauern nicht die Infrastrukturmaßnahmen auf ihrem Land durchführen können, wie z. B. Nivellierung und Entfernen von Steinen. Es wurden auch Mulch- und Kompostbecken finanziert, zur zeitgerechten Zubereitung und Ausbringung biologischer Materialien zur Bodenverbesserung und Düngung. In der projekteigenen Saatbank stehen jetzt allein 42 einheimische Hirsesorten zur Verfügung, die an die Bauern ausgegeben werden können, denn Hirse ist in Indien ein Grundnahrungsmittel mit hoher Lagerfähigkeit. 

Saatbank mit 221 verschiedenen Sorten © Kerstin Jueterbock
Saatbank mit 221 verschiedenen Sorten © Kerstin Jueterbock

Auch in Zukunft wird ANISHA eine bedeutende Rolle bei der Konservierung von lokalem Saatgut und bei der Entwicklung von Dryland-Modellen spielen. Es kommen von Jahr zu Jahr immer mehr Besucher zu ANISHA, um von dem erlangten Wissen zu profitieren. Ein Hinweis für die positiven Auswirkungen von ANISHAs Arbeit ist außerdem die Verschiebung hin zu organischer Landwirtschaft auch in den umliegenden Bezirken, die nicht Teil des Projektes waren. 

Hier dominierte bisher die chemische Landwirtschaft. Viele Landwirte aus diesen Bezirken haben Kontakt zu ANISHA aufgenommen, um einheimisches Saatgut sowie Informationen zu organischen Anbaumethoden zu erhalten. Bauern, die schon mit der organischen Landwirtschaft angefangen haben, versuchen deren Einsatz auszuweiten.

Schulung im Ressourcenzentrum © ANISHA
Schulung im Ressourcenzentrum © ANISHA

Die Verbesserung der Einkommenssituation der Kleinbauern, Landlosen und ihrer Familien wurde leider nur teilweise erreicht. Hauptgrund hierfür ist der Ausfall des Monsunregens. Der Projektstandort war immer ein von Dürre bedrohtes Gebiet, aber in den letzten Jahren hat sich die Situation verschlimmert und die Niederschlagsmengen sind von Jahr zu Jahr weniger geworden. Aus diesem Grund konnten die Bauern bisher nur für den Eigenbedarf produzieren und hatten nicht genug Ernte zum Verkaufen. 

Finanzierung:

Ebenfalls bedingt durch den ausfallenden Monsunregen wird das Ressourcenzentrum voraussichtlich erst 2017/2018 unabhängig von Spenden sein. Dann kann sich das Projekt durch den Verkauf der auf dem Gelände angebauten Produkte und durch die Vermietung der Räumlichkeiten sowie angebotener Weiterbildungen selbständig finanzieren. Für 2016 benötigt das Projekt insgesamt eine Unterstütztung von ca. 10.000 Euro.

Projektbetreuer: 

Lawrence Fryer