Mithra - Freundschaft
Bildung für Kinder und Frauen aus den Slums
Wo? Bangalore, Indien
Wer? Dr. Joe und Bella Rosario, Projektleiter
Was? 1989 von einer Gruppe von SozialarbeiterInnen und PsychologInnen gegründet, arbeitet Mithra mit den Armen zusammen, unabhängig von Religion, Kaste, Rasse oder Sprache.
Die Millionenstadt Bangalore im Süden Indiens ist so janusköpfig wie das ganze Land: Modern und schnelllebig, ist sie ein Zentrum der Computer- und Textilindustrie, eine hochleistungsfähige Werkstatt des indischen Exports. Zugleich leben hunderttausende ihrer Einwohner auf den Gehwegen der Stadt oder in elenden Slums ohne Wasseranschluss und Kanalisation.
Dort liefern sich die verschiedenen Zuwanderergruppen blutige Auseinandersetzungen und der Alkoholmissbrauch grassiert. Opfer sind vor allem Frauen und Kinder. Der überwiegende Teil der erwachsenen Slumbewohner kann weder lesen noch schreiben. Die staatlichen Grundschulen, auf die die Slumkinder geschickt werden könnten, sind nach dem Urteil der gemeinnützigen Stiftung Mithra „weit davon entfernt, attraktiv, nützlich und angemessen zu sein, weder in ihren Inhalten noch in der Unterrichtsform“. Viele Kinder werden entweder nie zur Schule geschickt oder verlassen den Unterricht nach kurzer Zeit. Sie werden genötigt, schon im Kleinkindalter Geld zu verdienen. Aus gesellschaftlichen und finanziellen Gründen haben diese Kinder keinerlei Zugang zu den vom Staat angebotenen beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten.
Slumkinder in der Vorschule von Mithra
Die Arbeit von Mithra hat folgende Schwerpunkte:
- Arbeit in den Slums: Mithra widmet sich der Ausbildung von Kindern und Frauen. Mittlerweile versorgt sie dreizehn Slumgebiete im Nordosten von Bangalore, in denen einige zehntausend Menschen leben. Die MitarbeiterInnen, die überwiegend aus der Slumbevölkerung stammen, werden von Mithra ausgebildet. Frauen werden bevorzugt. Bei den Kinderprogrammen fördert Mithra die Gesamtentwicklung des Kindes, besonders die der Mädchen. Im Mittelpunkt der Frauenprogramme stehen die Selbsthilfegruppen. Hier werden Frauen in lebenspraktischen Fragen unterstützt. Kredit- und Sparprogramme ermöglichen ihnen wirtschaftliche Unabhängigkeit.
- Berufstraining: im Mithra-Berufstrainingszentrum werden Kurse für Schneiderei, Kindergartenpädagogik und Umgang mit Computern angeboten.
- Alternative Schule für Unterprivilegierte: derzeit lernen ca. 300 Kinder in der Schule (zwei Kindergartenklassen und zehn Schulklassen).
- Unterricht zum Thema Menschenrechte in Regelschulen: das Mithra Menschenrechtsprogramm wird in 120 Schulen des Bundesstaates Karnataka gelehrt.
Finanzierung: Die Mithra-Stiftung arbeitet mit verschiedenen indischen und europäischen Hilfsorganisationen zusammen, um die laufenden Kosten zu decken. Seit 1998 besteht eine feste Projektpartnerschaft mit Susila Dharma.
Wichtige Bauvorhaben wurden durch Anträge beim BMZ finanziert:
1999 wurden zwei Slumzentren für die Kinder- und Frauenprogramme gebaut (Finanzvolumen ca. 35.000 Euro)
2001-2004: das Berufstrainingszentrum (ca. 190.000 Euro)
2004-2007: die Schule für Unterprivilegierte (ca. 320.000 Euro)
Nach Abschluss der Bauvorhaben braucht das Projekt noch etwas Zeit, bis es die laufenden Kosten durch regelmäßige und zuverlässige Einkünfte decken kann. Deshalb haben Susila
Dharma-Organisationen in diversen Ländern Zusagen gemacht, Mithra noch eine Zeit lang finanziell zu unterstützen. SD Deutschland hat z.B. für die Jahre 2008 bis 2010 je 5.000 Euro zugesagt.
Projektbetreuer:
Lawrence Fryer
Spendenkonto:
Susila Dharma - Soziale Dienste e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort "Mithra"
Kto. 7464000
BLZ 251 205 10