Maturanahaus
Lernen als spontane Aktivität – mit Begeisterung und Kreativität
Wo? Emmendingen, Deutschland
Wer? Maturanahaus Emmendingen e.V., Vorstand: Nadja Limanski, Benjamin Herre
Was? Inspiriert von Rebeca und Mauricio Wild und anderen reformpädagogischen Ansätzen begannen Nadja Limanski und Benjamin Herre 2004 eine freie Schule aufzubauen. Sie wollten für ihre beiden Kinder einen Kindergarten und eine Schule ohne Fremdbestimmung und Zwänge schaffen, die ihnen den Erhalt ihrer Lernfreude und Lebendigkeit ermöglichen. In Emmendingen bei Freiburg trafen sie auf eine Gruppe interessierter Familien, die für ihre Kinder auch nach solch einer Alternative suchten und bereit waren, diese Idee zu unterstützen.
Im Sommer 2004 konnte die Arbeit des Maturanahauses mit 16 Kindern und einem vierköpfigen pädagogischen Team in den Räumen einer alten Dorfschule und dem benachbarten Kirchgarten begonnen werden. Mittlerweile ist die Schule in eine alte Villa umgezogen und wurde bis auf zehn Jahrgänge erweitert. 2009 stand die Villa überraschend zum Verkauf.
Als sich ein für einige Monate klaffendes Finanzierungsloch auftat, gab Susila Dharma dem Projekt einen Überbrückungskredit. So kam die Projektpartnerschaft zustande.
Vertrauen, Geduld und Hingabe waren nicht nur die Grundvoraussetzungen beim Aufbau des Maturanahauses, sondern sind die Grundlagen des pädagogischen Konzepts, das dort verwirklicht und umgesetzt wird. Der Name leitet sich von dem chilenischen Biologen Humberto Maturana ab, der sein langes Wissenschaftlerleben über die Selbststeuerungsprozesse von Lebewesen geforscht hat und dessen Theorien die Pädagogik im Maturanahaus untermauern.
Das Lernen wird als spontane Aktivität begriffen, die aus eigener Motivation zum selbstgewählten Zeitpunkt geschieht und nicht durch bestimmende und belehrende Erwachsene gestört werden sollte. Alle Lernschritte der Kinder werden von den pädagogischen BegleiterInnen protokolliert und mit den Eltern intensiv besprochen. Darüber hinaus sind Eltern verpflichtet, sich durch eigene Arbeitszeit in das Projekt einzubringen und sich als ganze Familie auf das pädagogische Konzept einzulassen.
Finanzierung: Neben den landesüblichen Zuschüssen für Privatschulen, die nach dreijähriger Wartezeit seit 2007 gezahlt werden, entrichten die Eltern Schulgeld und machen Einlagen
in den Finanzierungsstock für das Haus. Wichtig sind ebenso Spenden und private Darlehen, Fundraising durch kulturelle Veranstaltungen (Konzerte, Tanzfeste, Theater), indirekte Förderung
durch ehrenamtliche Arbeit und Elternmitarbeit. Der Kindergarten erhält nur minimale Zuschüsse, gegen die Ablehnung einer angemesseneren Bezuschussung wurde im September 2010 Klage gegen die
Stadt Emmendingen vor dem Verwaltungsgericht Freiburg erhoben. In naher Zukunft muss dringend die 90 Jahre alte Schulvilla saniert werden und die Ausstattung der wachsenden Schule ergänzt
werden, besonders im Sekundarstufenbereich.
Website: http://www.maturanahaus.de/
Projektbetreuerin:
Davida Eggemann
Spendenkonto:
Susila Dharma - Soziale Dienste e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort "Maturanahaus"
Kto. 7464000
BLZ 251 205 10