Inka Samana
Freie Entscheidung üben – Kultur leben
Wo? Kreisstadt Saraguro, Region Loja, Ecuador
Wer? José Maria Vacacela, Schulleiter
Was? Im südlichen Hochland von Ecuador sieht man über den dunklen Dächern der kleinen Kreisstadt Saraguro die große weiß gekalkte aktive Schule des Indio-Dörfchens Ilincho. Mehrere Gebäude mit Schulhof und Garten wurden hier liebevoll unter großen Mühen über Jahre von LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern errichtet.
Die meisten SchülerInnen sind Indios, die nach jahrhundertelanger Unterdrückung ihre Kultur erstmals im Schulbetrieb wieder leben dürfen und diese dort erstmals vermittelt bekommen. An der staatlich anerkannten Schule Inka Samana mit integriertem Kindergarten unterrichten 14 LehrerInnen über 100 SchülerInnen nach den Lehren Maria Montessoris:
„Damit unsere Kinder nach 500 Jahren Unterdrückung die freie Entscheidung einüben.“, sagt der Schulleiter José Maria Vacacela. Die Regierung gewährte den Indianern Bildungsautonomie und in Ilincho haben die Saraguroindianer 1986 eine aktive Pädagogik an ihrer Schule durchgesetzt und sie dreisprachig aufgebaut: Spanisch, Quechua und Englisch. Die Pädagogen und Leiter der Schule werden nach Jahren hartnäckigen Durchsetzens nun als kompetente Ansprechpartner geschätzt.
Neben der Schule gibt es in dem Ort auch eine erfolgreich arbeitende Sparkooperative ‚Inkapak‘ und mehrere Kleinbetriebe – eine Tischlerei und einen Einkaufsladen. Aufgrund der wirtschaftlich desolaten Lage Ecuadors im Jahr 2000 wanderten immer mehr Menschen aus Saraguro ins Ausland ab und die Kleinbetriebe mussten schließen.
Mit der weltweiten Wirtschaftskrise kehren sie nun nach und nach in ihr Land zurück, so dass die alten Betriebe wieder eröffnet bzw. neu gegründet werden können. Die Tischlerei wird von den SchülerInnen genutzt, um Möbel für Zuhause herzustellen. Eine kommerzielle Nutzung ist bisher nicht möglich. Der Einkaufsladen wurde mit einer Angestellten wiedereröffnet und trägt sich selbst.
Finanzierung: Die Schule ist staatlich anerkannt und wird entsprechend durch Zuschüsse finanziert. Außerdem zahlen die Familien der SchülerInnen einen Beitrag für das
Essen. Lehrende, Eltern und Freiwillige helfen bei der Erstellung von Lernmaterialien, Bauarbeiten, beim Pflanzen und Streichen. In den Anfangsjahren unterstützte Susila Dharma den
Bau neuer Gebäude zusammen mit dem BMZ. Ein derzeit im Bau befindliches Gebäude wird von den ecuadorianischen Organisationen CONDENPE und DINSE finanziert. In den vergangenen Jahren half SD
vor allem bei der Ausstattung mit Unterrichtsmaterialien, sowohl finanziell als auch durch Sachspenden, z.B. LÜKKästen und Arbeitshefte. Besonders in der Sekundarstufe fehlen viele
Materialien. Um den Wiederaufbau der Kleinbetriebe zu beschleunigen unterstützte SD deren Einrichtung mit Geldmitteln.
Projektbetreuerin:
Kerstin Jueterbock
Spendenkonto:
Susila Dharma - Soziale Dienste e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort "Saraguro"
Kto. 7464000
BLZ 251 205 10